Witte_Nominierung
HwK Südwestfalen

"Kleine, feine" Lehrwerkstatt gibt den Ausschlag

Eine eigene Lehrwerkstatt für einen Betrieb mit drei Auszubildenden und 23 Mitarbeitern? Das ist ungewöhnlich. Und daher einer der Gründe für die Nominierung der Witte GmbH & Co. KG im Rennen um den Ausbildungspreis des südwestfälischen Handwerks.

Dieses Engagement unterstreicht, wie wichtig der Firma Witte Maschinenbau aus Brilon-Altenbüren die Nachwuchsförderung ist. Was das traditionsreiche Unternehmen unternimmt, um Auszubildende zu finden und binden, stellte Firmenchef Franz-Josef Bette bei der Übergabe der Nominierungsurkunde vor. Dazu waren Fabian Bräutigam, Geschäftsführer der Handwerkskammer Südwestfalen, und Rüdiger Schnüttgen, Leiter Ausbildungswesen, in den Betrieb gekommen. Begleitet wurden sie von Thomas Koßmann von der Signal Iduna, Sponsor des Wettbewerbs in der Kategorie „Ehrenpreis“. Dieser ist mit 2.000 Euro dotiert.



Mehr als die Hälfte "Eigengewächse"

Seit der Gründung im Jahr 1955 setzt der Betrieb auf "Eigengewächse“, gut die Hälfte der Mitarbeiter wurden selbst ausgebildet – zum Feinwerkmechaniker mit Schwerpunkt Maschinenbau. Auch Geschäftsführer und Mitinhaber Bette hat dort seine beruflichen Wurzeln als Maschinenbauermeister. 2003 stieg er in die Geschäftsführung ein und erweiterte fortan den Betrieb, der auf drei Säulen steht: Maschinenbau, Werkzeugbau und Formenbau.



Gute Prüfungsergebnisse

"Ausbildung ist kein Selbstläufer, dafür müssen wir was tun“, weiß Bette. Zum einen ist es die Nachwuchswerbung, beispielsweise auf Berufsmessen, zum anderen die Qualität. Deshalb ist 2017 die "kleine, feine“ Lehrwerkstatt entstanden. Diese wurde sogar mit einer Fünf-Achs-CNC-Maschine und einem CAD/CAM Arbeitsplatz ausgerüstet. Kostenintensiv, aber zielführend. Die jüngsten guten Prüfungsergebnisse sprechen für sich, lächelt der Chef zufrieden.

Die Werkstatt ist aber nichts ohne den Ausbilder. Für die Lehrlinge ist Dirk Stöber, gleichzeitig Qualitätsmanagementbeauftragter, verantwortlich. In der Werkstatt legt er die Basis für die Aufgaben, die auf die zukünftigen Gesellen zukommt: Arbeit an modernsten CAD/CAM-unterstützten Bearbeitungsmaschinen.

 

Klassisches Familienunternehmen

Der Altenbürener Handwerksbetrieb ist ein klassisches Familienunternehmen: Ehefrau Renate Bette erledigt die Büroarbeit, demnächst steigt Sohn Björn mit einem abgeschlossenen Maschinenbaustudium in das Unternehmen ein. Familie steht aber auch für das Gesamtunternehmen: Jeder kennt jeden. "Die Mitarbeiter sollen sich bei uns wohlfühlen“, wünscht sich Bette. Dazu tragen die Zuzahlung zur Altersvorsorge und der Zuschuss zur täglichen Menüauswahl bei.

Letztlich bestätigen Zahlen den eingeschlagenen Weg: 13 von insgesamt 56 ehemaligen Auszubildenden sind noch heute im Unternehmen tätig. Das ist bei 23 Mitarbeitern eine bemerkenswerte Quote.

Und jetzt heißt es abwarten: Die Verleihung des Ausbildungspreises findet am 20. September im bbz Arnsberg statt. Erst dann wird verraten, wer Siegprämie und -trophäe in der Kategorie „Ehrenpreis“ mit nach Hauses nehmen kann.

Freuen kann man sich bereits über die Nominierungsurkunde, die Ausbildungsleiter Dirk Stöber (Bildmitte) stolz in der Hand hält. Dazu strahlt Firmenchef Franz-Josef Bette (2.v.l.). Die Urkunde überbrachten: Fabian Bräutigam (1. v. l.), und Thomas Koßmann (2.v.r.) sowie Rüdiger Schnüttgen (rechts).